Der Ruf von Blut und Feuer
FantasyHörbuch & Hören
Der Ruf von Blut und Feuer – düster, rau und ziemlich eigen
Eigentlich bin ich gar nicht der große Dark Fantasy Fan.
Vielleicht hat mich „Der Ruf von Blut und Feuer“ von @Axel Gasché gerade deshalb überrascht. Die Geschichte hat etwas, das mich trotz meiner eher überschaubaren Begeisterung für das Genre ziemlich schnell gepackt hat.
Im Mittelpunkt steht Josef. Ein Taugenichts, vermeintlicher Mörder einer Hexe und schließlich Lehrling eines zwielichtigen Totengräbers. Schon diese Kombination sagt eigentlich ganz gut, wohin die Reise geht.
Winterburg ist kein schöner Ort.
Die Welt wirkt roh, düster und geheimnisvoll. Gewalt gibt es genug, gleichzeitig ist die Sprache sehr bildgewaltig und atmosphärisch. Über allem liegt dieses Gefühl von Gefahr und Melancholie.
An einigen Stellen fühlte ich mich fast wie in einem düsteren Mittelalter Rollenspiel.
Dazu trägt auch Josef bei. Die Geschichte wird aus seiner Sicht erzählt und er ist alles andere als der klassische strahlende Held. Gerade das macht ihn interessant. Er ist ein Antiheld, den man erstaunlich schnell ins Herz schließt.
Der Schreibstil von Axel Gasché ist ungewöhnlich und dürfte nicht jedem gefallen. Wer bereits „Erl“ kennt, weiß ungefähr, worauf er sich einlässt. Für mich gehört diese besondere Art zu erzählen aber zur Geschichte dazu. Sie gibt Winterburg und seinen Figuren einen ganz eigenen Charakter.
Besonders stark fand ich @Steffen Rössler.
Seine markante Erzählstimme passt hervorragend zu dieser Welt und trägt einen großen Teil der Atmosphäre. Unterstützt wird das Hörbuch zusätzlich durch Geräuscheffekte, die einzelne Szenen noch intensiver wirken lassen.
Produziert wurde das Hörbuch von der Hörbuchmanufaktur Berlin.
„Der Ruf von Blut und Feuer“ ist sicher kein Hörbuch für jeden.
Aber genau darin liegt für mich auch sein Reiz.
Düster, rau, stellenweise traurig und voller seltsamer Figuren.
Und obwohl Dark Fantasy eigentlich gar nicht zu meinen bevorzugten Genres gehört, ist von Winterburg mehr hängen geblieben, als ich erwartet hätte.
