Bei Geschichten wie dieser bin ich wahrscheinlich etwas schwieriger zufriedenzustellen. Horror begleitet mich schon sehr lange und auch Sherlock Holmes gehört zu den Figuren, mit denen ich viel anfangen kann. Mit Magie sieht es dagegen etwas anders aus. Abgesehen von Harry Potter hatte ich damit bisher eher wenige Berührungspunkte.
Nach „Der Schacht“ war ich trotzdem neugierig. Das Hörbuch hatte mich vor allem durch seine dichte Atmosphäre und diesen leichten Hauch Lovecraft überzeugt. „Edward Corby – Erwachen“ geht einen anderen Weg.
Die Geschichte wird in drei Episoden erzählt. Damit musste ich mich erst anfreunden. Einige Abschnitte hätten für meinen Geschmack etwas mehr Raum vertragen und auch bei manchen Figuren hätte ich gern noch etwas tiefer geblickt. Gleichzeitig merkt man aber, dass hier eine Welt entsteht, die noch einiges erzählen könnte.
Auch beim Horror bin ich wahrscheinlich kein einfacher Maßstab mehr. Ich mag es, wenn düstere Szenen Zeit bekommen. Wenn nicht nur etwas Schreckliches passiert, sondern man spürt, was es mit den Menschen macht. Davon hätte ich gern etwas mehr gehabt.
Was für mich dagegen erstaunlich gut funktioniert, ist die Mischung. Horror, Krimi, Fantasy, Drama und ein wenig Erotik klingen zunächst nach ziemlich vielen Zutaten. Trotzdem passt es zusammen.
Marco Sven Reinbold trägt mit seiner Stimme viel dazu bei. Über rund 14 Stunden hält er diese düstere Grundstimmung und gibt der Geschichte genau die Atmosphäre, die sie braucht.
Am Ende bleibt für mich ein interessanter Auftakt. Nicht alles hat mich gleichermaßen überzeugt, aber die Welt um Edward Corby hat etwas. Und ich würde durchaus noch einmal dorthin zurückkehren.
